Neues Selbstverständnis des OAM

Das Offene Antifa Treffen München hat sich im Mai 2017 nach einem langen Diskussionsprozess ein neues Selbstverständnis gegeben. Hier könnt ihr es jetzt nachlesen:

AfD, Pegida, Identitäre Bewegung, Front National, FPÖ – der Aufstieg all dieser Gruppierungen ist Ausdruck rechter Massenmobilisierungen in den letzten Jahren. Das gesellschaftliche Diskurs verschiebt sich immer weiter nach Rechts. Die rassistischen Angriffe auf Migrant*innen, deren Unterkünfte und Unterstützer*innen gehören inzwischen zum Alltag. Während sich auf der Straße und im Internet der rechte Mob austobt und „besorgte Bürger*innen“ endlich sagen können, was ihnen schon immer auf der Zunge liegt, beschließen die Regierungen in Deutschland, Europa und der ganzen Welt im Schnelldurchgang eine Asylrechtsverschärfung nach der nächsten, unterzeichnen sogar – wie zuletzt in Bayern – ein extra auf Migrant*innen zugeschnittenes, rassistisches „Integrationsgesetz“ oder handeln untereinander mit „legalen“ und „illegalen“ Migrant*innen wie im Fall des EU-Türkei Deals. Trotz der „Willkommenskultur“ und Engagement in Helfer*innenkreisen ist die Brutalität der europäischen Außengrenzen weiterhin Realität. Weiterhin werden wöchentlich hunderte Geflüchtete beim Versuch die Mauern der Festung Europa zu überwinden im Mittelmeer getötet.

Das alles ist weder Ergebnis der Tat einer extrem rechten Minderheit, einer verdeckten Weltelite, noch von Regierungen, die nur als Agenten des Kapitals agieren, sondern Ausdruck eines tief in der Gesellschaft verwurzelten Rassismus und Ergebnis einer die Freiheit des Einzelnen einschränkenden kapitalistischen Verwertungslogik und der Strukturen, die diese fordert. Der aus der ständigen In-Konkurrenz-Setzung und Verwertung der Arbeitskraft der Einzelnen entstehende Druck fördert die Abgrenzung zu sozial Benachteiligten und Marginalisierten und verstärkt Ideologien wie Antisemitismus, Nationalismus, Rassismus, Sexismus und Antiromaismus. Eine Kritik an diesen Ideologien ist daher nicht ohne eine Kritik des Gesamtzustandes zu haben, der diese möglich macht. Die verbliebenen Akteur*innen, welche dennoch Widerstand gegen all dies leisten, werden massiv mit Repression überzogen.

Antifaschismus bedeutet für uns den Ideologien, der rechten Massenmobilisierung und dem kapitalistischen Gesamtzustand entgegenzuwirken und auf ein mögliches Besseres hinzuarbeiten. Daher wollen wir den Widerstand dagegen so effektiv wie möglich gestalten, uns deshalb vernetzen und Strukturen aufbauen, die dies ermöglichen. Da es oftmals schwierig ist, sich in der radikalen Linken einzubringen, soll das Offene Antifa Treffen München Abhilfe leisten und organisierten Antifaschismus auch für bisher unorganisierte Personen möglichst zugänglich machen. Das OAM versteht sich als offene Struktur; sowohl offen für interessierte Menschen, die mit den herrschenden Zuständen nicht zufrieden sind, offen für Themen und Ideen, als auch offen für Menschen welche sich oder ihre eigenen Gruppen und Projekte weiter vernetzen wollen.

Wann: jeden Mittwoch um 20:00 Uhr

Wo: Kafe Marat, Thalkirchnerstraße 102

Kommt vorbei, bringt euch ein, organisiert euch!